Kombucha selber machen

Irgendwie ist Kombucha wieder voll im Trend und da ich den sehr gerne trinke, wollte ich einmal ausprobieren wie schwierig es ist, selbst Kombucha herzustellen. Kleiner Spoiler gleich zu Beginn: es ist super einfach. Das einzig “Schwierige” ist an die Ansatzflüssigkeit und den Scoby/Pilz zu gelangen. Weder im Bioladen noch sonst wo konnte ich einen finden. Also musste ich ihn online bestellen. Mein Scoby kam mit Ansatzflüssigkeit und leider in Plastik verpackt. Die Tatsache, dass ich den Scoby aber für immer weiterverarbeiten kann, solange ich mir gut darauf aufpasse, ließ mich das Plastik verkraften. Zu dem Kombuchaset kam noch eine Anleitung und eine nette handgeschriebene Karte.

Was brauche ich um Kombucha herzustellen?

  • Ansatzflüssigkeit + Scoby
  • Wasser
  • Zucker
  • Schwarztee
  • Großes Gefäß

Ich habe mir im Vorhinein schon viele Videos auf Youtube zu dem Thema angesehen, deshalb wusste ich schon ungefähr was mich erwartet. Für 3 Liter Kombucha braucht man also ca. 2,8 Liter Wasser bzw. Schwarztee (die 200ml sind ca. die Ansatzflüssigkeit). Pro Liter braucht man 8g Schwarztee und lässt diesen dann maximal 8 Minuten ziehen. Dann entfernt man die Teeblätter und gibt pro Liter 90g Zucker in die noch heiße Flüssigkeit und verrührt es so lange bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Das hört sich nach extrem viel Zucker an, jedoch braucht diesen Zucker der Pilz zum wachsen, wenn man also weniger Zucker hinein gibt, hungert der Pilz. Außerdem ist später im Endresultat viel weniger Zucker. Da der Tee unter gar keinen Umständen heiß oder warm in das Gefäß mit der Ansatzflüssigkeit und dem Scoby darf, habe ich nur 0,5 Liter Tee gekocht jedoch die Zutaten für 3 Liter hineingegeben und es später mit dem Rest des kalten Wassers aufgegossen. Wenn jemand mit mehr Geduld ausgestattet ist wie ich kann man natürlich auch die ganzen 3 Liter kochen und es wieder abkühlen lassen, jedoch ist es für mich, als ungeduldigen Menschen, ist es so einfacher. Der zimmertemperierte Tee kommt nun also in das große Gefäß mit Ansatzflüssigkeit und Scoby und wird mit einem Tuch und Gummiringerl oben verschlossen um ihn vor Mücken und Staub zu schützen, er aber trotzdem Atmen kann. So lässt man das Ganze ca. 7-12 Tage an einem lichtgeschützen Ort bei Zimmertemperatur stehen. Danach hat man einen sauren Kombucha, von dem man wieder ca. 15% als Ansatzflüssigkeit für den nächsten Kombucha aufhebt und den Scoby darin aufbewahrt.

2. Fermentierung

Der eigentliche Spaß ist allerdings erst die zweite Gärung. Die zweite Gärung versetzt den Kombucha mit Kohlensäure und macht den Kombucha zu einem sehr erfrischendem Sommergetränk. Man kann sich wirklich total austoben und findet im Internet unendlich viele Rezepte. Ich habe bis jetzt 2 Sachen ausprobiert: Den Kombucha in Gläser abfüllen, entweder in dafür gekaufte oder welche die man wiederverwenden möchte. Dann habe ich Äpfel klein geschnitten und hinein gegeben und für ca. 2 Tage gären lassen. Wichtig ist jeden Abend einmal den Verschluss zu öffnen da sonst zu viel Kohlensäure entsteht und alles herauspritzt wie bei einem Sekt den man zu schnell geöffnet hat ;). Noch besser schmeckt mir allerdings die 2. Variante die ich probiert habe, ich habe Apfelsaft und Karottensaft hergestellt und ca. zwei cm davon in den Kombucha gegeben. Die Gärung geht sehr viel schneller. Eigentlich war der Kombucha nach einem Tag schon mit der 2. Fermentierung fertig und hat toll geschmeckt. Ein weiterer Vorteil ist, dass man das Obst nicht aus der Flasche bekommen muss, das kann manchmal unangenehm sein. Man kann sich allerdings austoben und alle möglichen Rezepte ausprobieren. Sobald ich mehrere Rezepte ausprobiert habe, werde ich natürlich sofort darüber berichten. Für sowohl die erste Gärung als auch die zweite sollte der Kombucha in Zimmertemperatur gelagert sein, außerdem sollte er vor der Sonne geschützt aufbewahrt werden.Ich hoffe es probiert jemand aus, es schmeckt wirklich so lecker und ist zudem gesund! Leider konnte ich das Produkt, das ich bestellt habe nicht mehr finden aber hier findet ihr einen ebenfalls Bio-Zertifizierten Kombucha-Skoby.