Veganuary

Ich bin mir sicher ihr habt alle schon von Veganuary gehört. Es soll nicht Veganer inspirieren im Jänner vegan zu leben und im besten Fall dabei zu bleiben. Nun finde ich persönlich, den Jänner für einen Vorsatz sehr problematisch… Die meisten wachen am 1. Jänner verkatert auf - was macht man, wenn man einen Kater hat? Natürlich man bestellt entweder ein fettiges Essen oder kocht zuhause irgendein ungesundes Essen und dann ist der gute Vorsatz auch schon wieder vergessen… Jedenfalls wenn man nicht vorbereitet ist. Leider war ich sehr viel krank im Jänner und bin nicht dazu gekommen früher etwas zu diesem Thema zu schreiben. Da ich jedoch finde, dass der richtige Moment für eine Veränderung immer JETZT ist, würde ich euch einladen (also falls ihr es wollt) einfach JETZT damit zu beginnen. Jeder der mich kennt weiß, dass ich nicht zu den Veganerinnen gehöre die alle überreden oder überzeugen möchte. Eigentlich bin ich total glücklich, wenn mich jeder essen lässt was ich will und ich tu das auch (obwohl mir das Thema sehr am Herzen liegt, aber ich glaube sehr an Eigenverantwortung und jeder soll tun was er/sie für richtig hält). Ich finde den Veganuary super weil es eine Brücke sein kann. Es gibt unfassbar viele Vorurteile mit denen auch ich jeden Tag konfrontiert bin und die mich wirklich nerven. Ich denke aber, wenn viele Menschen zumindest für einen Zeitraum ausprobieren vegan zu leben, werden sich viele dieser Vorurteile abbauen und jeder darf wieder essen was er/sie für richtig hält. Sogar meine beste Freundin Simone/thejourneyofamom auf Instagram (eine absolute Fleischliebhaberin, versucht ab und zu vegan zu kochen, einfach um Neues auszuprobieren). Viele Menschen reagieren auf mein Essverhalten mit: Oh Gott, du kannst ja gar nichts mehr essen… Und dem möchte ich ganz klar widersprechen… Ich konzentriere mich nicht darauf, was ich nicht essen kann sondern viel mehr darauf was ich alles essen kann ‐ und das ist wirklich mehr als genug. Meine Sichtweise auf das Thema Veganismus ist nicht alles was ich zuvor gegessen habe in irgendeiner Weise zu substituieren (wenn das jemand tut auch total cool, jeder geht anders damit um), sondern einfach die Lebensmittel die mir zur Verfügung stehen zu nutzen und das sind alle Pflanzen dieser Welt <3. Ich möchte mit diesem Post ein paar Vorurteile ansprechen und auch ein paar Tipps für den Anfang geben.

1) Woher bekommen wir unser Eiweiß: Ein Thema das so oft angeschnitten wird, dass es kein Veganer der Welt mehr hören kann… Ganz einfach: Bohnen, Erbsen, Kichererbsen, Brokkoli, Quinoa, Tofu, Linsen und vieles mehr… Fast alle Tiere die von Menschen gegessen werden sind selbst Herbivore also Pflanzenfresser… woher hätten die denn sonst Ihre Muskeln…?

2) Banane in der Handtasche: Ganz am Anfang hat man wirklich oft das Gefühl, nichts essen zu können (auch wenn das natürlich nicht stimmt). Was mir trotzdem gerade am Anfang geholfen hat war: Immer eine Banane eingesteckt zu haben… Wenn man unterwegs ist und wirklich mal gar nichts mehr bekommt, ist eine Banane wirklich eine tolle Abhilfe… Eine Banane hat ca. 100 Kalorien und ist ein Kohlehydrat, das heißt sie vertreibt den Hunger und der Zucker geht schnell ins Blut.

3) Inhaltsstoffe lesen: Wie bereits vorher erwähnt, ist es nicht so, dass man nichts mehr essen kann ‐ ganz im Gegenteil, man muss sich nur mehr mit Ernährung beschäftigen als zuvor… Man kann nicht mehr einfach gedankenlos alles in den Einkaufswagen schmeißen, sondern man sollte wirklich die Inhaltsstoffe durchlesen… Es gibt viele Produkte die nicht mit dem Vegan Slogan gekennzeichnet sind aber trotzdem vegan sind. Zum Beispiel die klassischen Oreokekse… oder Mannerwafferl (wobei die gekennzeichnet sind) und ganz viele andere Dinge… einfach die Inhaltsstoffe durchlesen!!!

4) Comfort Food: Was mich auch schon zum nächsten Punkt bringt: Man braucht ein bisschen ein Comfort Food zuhause, denn es wird der Tag kommen wo es einem einmal schwerer fällt… Das kann der wie oben genannte Kater sein, oder ein schlechter Tag oder einfach ein Tag wo man unglaubliche Lust auf irgendwas Ungesundes hat… und wenn man dann nur Obst und Gemüse zuhause hat ist die Gefahr groß es nicht durchzustehen und den Vorsatz zu vergessen. Deshalb: Es gibt genug tolle vegane Süßigkeiten… Beim Hofer gibt es Bio‐Haferkekse und eine Variante (die mit dem Zartbitterschokolade) ist vegan, das sind meine liebsten… aber jeder hat ein eigenes lieblings-Ungesundes Essen… Bei manchen sind es auch einfach nur Chips… Jeder hat andere Vorlieben, aber für nicht so tolle Tage würde ich empfehlen eine Packung von irgendeinem ungesunden Zeug zuhause zu haben.

5) Kochbücher oder Youtubekanäle für Inspirationen: Ich persönlich koche meistens total freestyle und koche einfach mit dem was ich zur Verfügung habe, es gibt jedoch ein Kochbuch, dass ich wirklich empfehlen kann und zwar das von Funnypilgrim ‐ Yummykitchen, sie hat auch einen Youtubekanal der wirklich mit viel Liebe betrieben wird. Was ich persönlich nicht empfehlen kann ist Attila Hildmann, meiner Meinung nach macht er Vegan sein zu schwer und verwendet viel zu teure Zutaten. Ich bin kein Fan davon alles zu ersetzen und zu viele Fertigprodukte zu verwenden.

6) Wenig bis keine Fertigprodukte: Seit ich Veganerin bin verwende ich wirklich kaum noch fertige Produkte. Ich kaufe mein Gemüse, meinen Hafer, mein Obst und koche damit… alles ist frisch und ich weiß, was ich in meinem Essen habe. Ich gebe außerdem viel viel weniger Geld für Lebensmittel aus (unbewusst). In der Woche brauche ich ca. 20‐25 Euro für meinen Einkauf…

7) Nachfragen ob es vegane Speisen im Angebot gibt: Am Anfang wollte ich mich nie als Veganerin outen weil es mir total auf die Nerven ging mich immer zu erklären und so weiter. Aber ganz ehrlich, wenn jeder das so machen würde, gäbe es nirgends ein veganes Angebot… Desto öfter die Besitzer oder Kellner darauf angesprochen werden desto eher besteht die Chance ein veganes Menü auf die Speisekarte zu setzen. Und mittlerweile ist es wirklich sehr einfach geworden (zumindest in Linz) vegan zu essen, ich bekomme wirklich fast überall wo ich essen gehe etwas angeboten.

8) Allergene lesen:Anhand der Allergene kann man in vielen Fällen schon einschätzen ob das Gericht vegan ist oder nicht. Ich würde trotzdem zur Sicherheit nachfragen aber das hilft sehr.

9) Falls sich jemand nach einem Milchersatzsehnt: Ich kaufe Milchersatz sehr selten aber ich habe natürlich schon sehr viel durchprobiert. Für mich gibt es einen klaren Sieger und zwar aus mehreren Gründen und zwar Hafermilch: 1.) schmeckt sie sehr gut (über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten) 2.) Hafer kommt aus Österreich ist ein regionales Produkt und muss nicht importiert werden (nachhaltig). 3.) Hafer ist reich an Eisen, Kalzium, Magnesium und Eiweiß. Man kann Hafermilch auch ganz easy selber machen aber falls jemand meine Empfehlung für eine fertig gekaufte Hafermilch hören möchte: Joya Hafermilch (die aus dem Kühlschrank, ganz wichtig…)

10) Hört auf euch… Jeder hat einen eigenen Weg…Ich bin nicht perfekt und ich werde keinem sagen was er zu tun oder zu lassen hat. Es soll eher als Inspiration dienen… Ich kann jedem ein Video ans Herz legen, das mich sehr zum Nachdenken angeregt hat, lange nachdem ich bereits vegan gelebt habe: https://www.youtube.com/watch?v=U5hGQDLprA8 In diesem Sinne hoffe ich, es hat euch inspiriert und eigentlich wollte ich hauptsächlich Toleranz wecken… Wir haben nicht ein komplett anderes Essen als alle anderen, wir essen nur ein paar Dinge nicht und das auch nicht grundlos.