Zero Waste - oder die schlimmste Challenge die ich mir je zugemutet habe?

Vor einigen Wochen bin ich auf Youtube-Videos zum Thema  „zero waste“  gestoßen und wie es bei mir meistens so ist, wenn mich ein Thema packt, habe ich Stunden damit verbracht alles Mögliche darüber zu recherchieren. Ich war fasziniert von dem Gedanken keinen Müll mehr zu haben. Zur selben Zeit habe ich mir auf Netflix den Dokumentarfilm „Minimalism“ angesehen. Beides ist ja irgendwie sehr miteinander verbunden. Schon lange fühlte ich mich unwohl damit, so viele Dinge zu besitzen. Ich fühlte mich oft als würde ich gemeinsam mit meinen Dingen leben und nicht anders herum. Ich dachte mir: Oh Mann, wenn ich das jetzt mache halten mich alle für komplett durchgeknallt… Aber ganz ehrlich,  der Zug ist eh schon abgefahren.  Also die Entscheidung war gefallen, dieses Projekt mindestens für ein Monat zu probieren.

Woche 1 – die Vorbereitungen

Ich sag euch eines:  Keiner hat mich vorgewarnt wie viel Arbeit das ist. Nicht die Umsetzung sondern die Vorbereitung. Als erstes kam meine Küche an die Reihe. Sorgfältig habe ich alle Lebensmittel von Plastik befreit und in Glasbehälter gefüllt die ich ohnehin übrig hatte  von Lebensmitteln die darin verpackt waren. Dinge die noch nicht abgelaufen waren, ich aber schon in Plastikverpackungen gekauft hatte, habe ich nicht weggeworfen, denn das würde der ganzen Sache ja ordentlich widersprechen. Diese Dinge werden also nach und nach aus meinem Haushalt verschwinden.

Mission Kleiderschrank

Als zweites kam mein Kleiderschrank an die Reihe… Ich habe wirklich extrem aussortiert. Es ist sicher noch kein Minimalismus,  aber in Österreich ist es so kalt und ich wollte mich hier noch etwas vorsichtig herantasten. Mein Schminktisch wurde ebenfalls gründlichst aussortiert. Zwei Einkaufstüten voll habe ich an zwei Freundinnen verschenkt und den Rest werde ich aufbrauchen und dann entscheiden ob ich bei wenig und dafür nachhaltiger Kosmetik bleibe,  oder ob ich wirklich wie Bea Johnson herself die Produkte selbst herstelle.

Im Badezimmer habe ich zwei Dinge selbst hergestellt: Zum einen Zahnpaste (nur weil meine gerade ausgegangen war,  sonst hätte ich sie natürlich vorher aufgebraucht) und ein Deo (weil ich leider mit den aluminiumfreien Deos die ich besitze unzufrieden bin).

Zahnpaste: Kokosöl + Backpulver

Deo:  Kokosöl + Backpulver + Salz

Ich kann euch nur eines sagen:  Das Deo ist das beste Deo, das ich je benutzt habe! Beides ist eine Paste. Mein Shampoo ist ohnehin verpackungsfrei und zwar diese Shampoo Bars von Lush, die ich schon seit über einem Jahr benutze und extrem zufrieden bin. Ich beschloss meinen Conditioner noch aufzubrauchen und mich später um eine Alternative zu bemühen und meine Zahnbürste ist erst zwei Wochen alt. Diese werde ich auch vorerst benutzen und mir später eine Bambus-Zahnbürste gönnen.

Jetzt kommt das eigentlich Interessante:

Kathi wie in Gottes Namen kaufst du eigentlich ein?

Tja, das habe ich mir in der Tat etwas einfacher vorgestellt. Mein erster Einkauf nach der Arbeit fiel etwas mager aus. Da ich erst um 19 Uhr mit der Arbeit aufhöre, ging ich zum Hofer. Dort kaufte ich mir eine Mango, drei Bananen und zwei Zucchini. Hier fiel mir zum ersten Mal auf: BIO Bananen sind in Plastik verpackt und die herkömmlichen nicht!!!  Warum habe ich davor nie darauf geachtet??? Ich habe mich so geärgert, dann aber die herkömmlichen genommen.

Einige Tage später ging ich in ein Reformhaus in meiner Stadt. Hier konnte ich zwischen vielen verschiedenen Obst und Gemüsesorten verpackungsfrei wählen und auch im türkischen Supermarkt in meiner Stadt habe ich eine sehr große Auswahl an unverpacktem Obst und Gemüse. Ich habe immer ein großes Stoffsackerl mit mir,  in dem ich noch ein kleines zusammengefaltetes Sackerl mit mir trage,  um meine Einkäufe plastikfrei zu halten.

Im Alltag trage ich übrigens immer eine Glasflasche mit mir die ich immer auffülle.

Bis jetzt war es noch relativ einfach, da ich noch Reis, Nudeln, Hirse und so weiter Zuhause habe, wenn diese sich dem Ende neigen wird es allerdings schwer. Ich freue mich aber auf dieses Abenteuer und werde jede Woche von meinen Erlebnissen berichten.

Der Müll den ich in der Ersten Woche produziert habe. (das Kebabbrot hatte ich noch und wollte es aufbrauchen, war also nicht in dieser Woche gekauft aber aufgebraucht)