Zero Wast - Es ist nicht immer ganz so leicht... Teil 3

Nach meinem letzten Post habe ich viele Nachrichten bekommen, ob es denn wirklich so leicht sei Zero Waste zu konsumieren. Ganz ehrlich Jein. Ich denke für mich ist es etwas leichter, da ich mich vegan ernähre und deshalb hauptsächlich Obst, Gemüse und Getreide einkaufe. Ich bin mir sicher es wäre eine schwierigere Umstellung wenn ich alles auf einmal umstellen müsste. Da ich auch vor der “Zero Waste” Umstellung, kaum verarbeitete Produkte eingekauft habe (bis auf Hummus, Reismilch usw.) war der Umstieg für mich nicht ganz so schwer wie für jemanden der jeden Tag in irgendeiner Form Fertigprodukte kauft. Ein Vorteil, jetzt kaum noch verarbeitete Produkte zu kaufen, ist, dass ich jetzt endlich auch keine Produkte mit Palmöl mehr kaufe. Leider ist in fast allen verarbeiteten Produkten (egal ob vegan oder nicht) Palmöl enthalten - was ich natülich nicht unterstützen kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass man Automatisch gesünder isst, denn auch für Veganer gibt es genügend ungesunde Süßigkeiten.

Dennoch stoße ich ständig auf Schwierigkeiten und wähle immer den umweltfreundlichsten Weg auch wenn der nicht immer Zero Waste ist, denn 100% Zero Waste ist es ja nie, denn selbst wenn ich etwas verpackungsfrei kaufe, heißt das nicht, dass bei der Produktion oder Lagerung bzw. Lieferung kein Müll entstanden ist.

Dinge die mir wirklich Schwierigkeiten bereiten:

Klopapier

Ich habe im Reformhaus, im Bioladen, in der Drogerie gesucht und alle haben sie eines: EINE PLASTIKVERPACKUNG… Ich kann es leider nicht ganz nachvollziehen, da viele mit recycletem Klopapier Werben, und es dennoch in eine Plastikverpackung stopfen… Da ich es jedoch nicht wie Bea Johnson herself ohne Klopapier versuchen möchte, gab ich nach ungelogen 7 Besuchen bei diversen Läden auf und habe mir die recycelten Klopapierrollen von DM gekauft. Ganz glücklich bin ich mit diesem Kauf natürlich (wegen der Plastikverpackung, die Qualität des Klopapiers ist sehr gut ;) ) nicht, aber es war besser als kein Klopapier in meinem Zuhause zu haben. Falls irgendjemand von euch Erfahrungen oder Tipps zu dem Thema hat bin ich über jede Hilfe dankbar. 
 

Mittagspause

Ein weiteres Thema das etwas mühsam ist, ist die Mittagspause… Früher bin ich einfach in den Supermarkt gegangen und habe mir Gebäck und einen veganen Aufstrich besorgt. Jetzt braucht es etwas mehr Planung, entweder ich koche und nehme es mir in einer Aufbewahrungsbox mit in die Arbeit oder ich gehe in der Mittagspause essen. Es gibt jedoch nur 2 vegane Optionen in der Nähe meiner Arbeit und beide sind asiatisch und man isst sich leider ab. Eine dritte Möglichkeit ist sich eine Aufbewahrungsbox mitzunehmen und in einem Imbiss ein Mittagessen mitzunehmen. Es ist eine Umstellung aber machbar. Vor allem mit der Aufbewahrungsbox zum Imbiss zu gehen. Jetzt wo ich ein anderes Bewusstsein dafür entwickelt habe, schockiert es mich immer wieder wie viel Müll, jeden Tag nur durch die Mitnahme von Essen entsteht. Was mich zu meinem nächsten Punkt bringt:
 

Strohhalme

Man bekommt sie ungefragt überall dazu und sind meiner Meinung nach eine der unnützesten Dinge überhaupt. Ein Stück Plastik für einmal Trinken… Ich bestelle meine Getränke jetzt immer ohne Strohhalm und bekomme sie leider manchmal trotzdem serviert. Wer überhaupt nicht auf Strohhalme verzichten kann, kann sich wiederverwendbare Strohhalme kaufen. 
 

Gewürze

Ein weiteres Problem auf das ich wirklich keine Antwort habe. Drei meiner Gewürze sind ausgegangen und ich musste sie für ein Gericht nachkaufen, es handelte sich um indische Gewürze und war daher mit meiner Auswahl an Läden die diese anbieten sehr begrenzt. Ich bin also in den Asiamarkt meines Vertrauens gegangen und stellte schnell fest: hier etwas ohne Plastikverpackung zu finden ist schlichtweg unmöglich. Ich habe die 3 Gewürze also trotzdem gekauft und war etwas traurig, denn selbst in Bioläden sind die Gewürze fast immer in einer Plastikverpackung. Es leuchtet mir ja auch ein, da die Gewürze ja nicht ausrauchen sollen. Leider gibt es in Linz kein verpackungsfreies Geschäft mehr. Falls jemand einen Tipp hat bin ich natürlich sehr sehr dankbar.
Auch mit dem Glas ist es so eine Sache, bis jetzt dachte ich immer ich könnte Glas unbedenklich einkaufen, jedoch ist Glas nur dann umweltfreundlich, wenn es sich um Mehrweggläser handelt (also wie Bierflaschen z.B.). Ja ich wusste, das auch nicht, ich war richtig frustriert und traurig als ich das erfahren habe. Ich versuche jetzt so viel wie möglich Mehrweggläser zu kaufen, jedoch benutze ich auch Einweggläser und verwende diese wieder (z.B. als Aufbewahrungsmöglichkeit für Reis, Gewürze oder seit Neuestem für Kombucha) 
 

Festivals

Der Sommer ist da und ein Festival oder Fest nach dem anderen steht vor der Tür. Leider gibt es bei den meisten Festivals nur Plastikbecher -  manche verwenden wiederverwendbare Plastikbecher - andere nicht. Ich war gestern auf einem Fest wo ich leider einweg Plastikbecher bekommen habe, ich habe sie ein zweites Mal verwendet, dennoch NICHT COOL. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man immer wiederverwendbare Becher benutzen. Vor kurzem bin ich auf ein Projekt gestoßen, dass vielen wahrscheinlich geläufig sein wird, es heißt Viva con Aqua. Dieses Projekt sammelt bei Veranstaltungen die Plastikbecher für die man einen Einsatz gezahlt hat. Entweder weil Leute sie freiwillig spenden oder weil sie jemand stehen gelassen hat. Mit dem Geld das damit eingenommen wird werden Brunnen in Malawi gebaut. Dieses Projekt hat mir sehr gut gefallen. https://www.vivaconagua.at/
 
Ich bin also wirklich immer noch weit weg vom Zero Waste Lifestyle obwohl ich mich wirklich unfassbar bemühe und jeden Tag versuche besser zu werden. Aber - es ist wirklich nicht leicht. Aber das hat mich noch nie daran gehindert etwas zu versuchen und hoffentlich auch zu erreichen. Ich denke ein Bewusstsein dafür zu entwickeln ist der erste und wichtigste Schritt. In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Wochenende :-)