Warum ich keine Fast Fashion Firmen mehr unterstütze

Heute möchte ich ein Thema teilen, das mir schon seit längerem sehr auf dem Herzen liegt und zwar nachhaltige Mode. Dieses Thema polarisiert total und viele Menschen fühlen sich sehr angegriffen wenn man darüber spricht. Ich möchte bitte ganz ausdrücklich sagen, dass ich keine Heilige bin… noch vor 2,5 Jahren bin ich extra nach Wien gefahren um bei Primark einzukaufen… Überhaupt möchte ich sagen, dass ich versuche nachhaltiger zu leben aber mir ist bewusst, dass ich nicht perfekt bin und das auch nie sein werde. Leute glauben wenn man vegan lebt muss man deshalb in allen Bereichen des Lebens fehlerlos leben. Das stimmt nicht und das kann ich auch nicht! Ich versuche mein Leben täglich zu optimieren und versuche einen kleinen Beitrag zu leisten die Welt ein bisschen besser zu machen. Ich reise, ich fahre mit dem Auto und und und es ist mir bewusst. Einmal habe ich in Kroatien beim Abendessen über dieses Thema geredet und ich bekam extrem viel Kritik (ich dürfe keine Avocados mehr essen und und und… ) aus dem nichts erwiderte dann jemand (er war schon ein bisschen älter):

“I thought the same all my life but: it is better to be a hypocrate sometimes than pretending that there is nothing wrong at all.”

Damit will ich sagen, ja es ist mir bewusst, dass ich nicht perfekt bin. Dieser sehr lange Einstieg war mir wichtig, ich werde manche Dinge etwas provokant ausdrücken aber ich möchte nicht, dass sich irgendjemand angegriffen fühlt, ich möchte nur zum Nachdenken anregen.

Eigentlich hat mich mein Zero Waste Experiment angeregt über mein Konsumverhalten nachzudenken, auch was die Kleidung betrifft. Ich hatte einen Schrank voller Kleidung und nichts anzuziehen, radikal hab ich 3/4 meines Schrankes ausgemistet und festgestellt, dass ich immer noch zu viel habe. Ich kaufte Kleidung weil sie billig war oder ich habe mir die Zeit mit Onlineshopping vertrieben weil mir langweilig war und ich dachte die neue Kleidung würde mich glücklich machen. Die Kleidung war zuhause, sie hat nicht gepasst, ich war aber zu faul sie zurückzuschicken… Also hatte ich Kleidung zuhause die mir nicht passte, ich hatte einen Konzern unterstützt den ich nicht unterstützen wollte und hatte eine Belastung, denn ich musste ja auch einen Platz für dieses Ding schaffen, das ich gar nicht brauchen konnte. Kurz gesagt die Situation hat mich extrem belastet. Mein Glück ist, dass ich Einkaufen überhaupt nicht ausstehen kann, ich kann Leute die ihre Freizeit mit Shoppen verbringen überhaupt nicht verstehen, deshalb habe ich einfach aufgehört Dinge zu kaufen die ich nicht brauchte. Irgendwann mal brauchte ich aber neue Kleidung denn die Kleidung die ich hatte war ja von fast fashion brands und hielt nicht sehr lange also habe ich begonnen Youtubevideos zu schauen wie ich denn jetzt möglichst umweltfreundlich zu neuer Kleidung kommen könnte und so hat meine Liebe zu Second Hand begonnen. Jedes einzelne Stück, dass ich seit dem gekauft habe liebe ich. Ich finde man kauft automatisch viel bewusster ein und fragt sich, ob man es denn wirklich brauchen kann. Es ist als hätte dieses Kleidungsstück schon eine eigene Aura, es hat schon etwas erlebt. Ich achte beim Second Hand shopping jedoch nicht darauf welche Marke es ist, ich habe zum Beispiel wunderschöne Adidasschuhe gekauft. Diese Marke hätte ich neu nie unterstützt aber gebraucht finde ich es ok. Es wurde für mich nichts Neues mehr produziert. Seit ich den Film the True Cost gesehen habe (gibts übrigens auf Netflix) hat sich für mich wirklich alles verändert. Es war mir nicht bewusst wie schlimm die Situation wirklich ist. Über die Situation der Arbeiter(innen) (85% der Arbeiter sind Frauen) wissen wir alle bescheid, wir verdrängen es nur. Auch ich habe das gemacht. Besonders schlimm finde ich es wenn Mütter für ihre Kinder diese Kleidung kaufen (z.B. bei Zara, H&M) quasi die Kleidung von Kindern für Kinder… Jede Mutter sollte sich fragen wie es ihr dabei gehen würde wenn ihr Kind unter solchen Arbeitsbedingungen arbeiten müsste weil es sonst gar keine andere Wahl hätte zu überleben. Und wenn man es wirklich schafft diesen Faktor zu ignorieren, dann sollte man daran denken, dass das Problem viel früher anfängt. Das ganze Problem beginnt mit der konventionellen Baumwollproduktion. Die Felder werden mit hochgiftigen Pestiziden gespritzt, Kinder kommen behindert zur Welt und die Krebsrate ist sehr erhöht in solchen Gebieten. Ganz davon abgesehen was dieses Gift mit der Erde macht. Monsanto und Bayer gehören zusammen, so profitiert der gleiche Konzern in doppelter Hinsicht von diesem Unglück. Monsanto verkauft die Samen und Pestizide und macht die Leute krank und Bayer behandelt diese dann. Wir denken bei unserem Essen darüber nach was wir in unseren Körper stecken aber beim größten Organ unseres Körpers ist es uns egal mit welchen giftigen Stoffen wir uns kleiden (ein weiterer Vorteil von Second Hand, die Kleidung wurde schon so oft gewaschen, dass viele Giftstoffe nicht mehr in der Kleidung sitzen).

Jeder der gegen den 12 Stunden Tag ist sollte sich dessen bewusst sein, dass die ArbeiterInnen die ihre Kleidung produzieren zwischen 13 und 19 Stunden pro Tag arbeiten.

Es bringt nichts jetzt den Film zusammenzufassen aber ich lege ihn wirklich jedem wärmstens ans Herz.

Wir sind Konsumenten und wir haben eine Verantwortung mit unseren Entscheidungen. 

Ich finde natürlich, dass man ethische Mode unterstützen sollte. Ich persönlich möchte nicht, dass so wenig wie möglich Neues für mich produziert wird. Wie ich jedoch feststellen musste sind manche Dinge nicht so leicht zu finden (in meinem Fall eine Jeans) diese werde ich von einer nachhaltigen Marke (ich denke bei Armedangels, falls jemand Tipps hat bin ich sehr dankbar) beziehen. 

Quellen und interessante Informationen

The True Cost

https://www.youtube.com/watch?v=b_I6W9PNd_E

https://www.youtube.com/watch?v=WRgyY9KNfZg

https://www.youtube.com/watch?v=jAgq74QCWpA&t=89s