Bosnien, Mostar und - Wer sind eigentlich die Moonboys? Teil 1

Nach einer schlaflosen Nacht und einem kurzen Flug landete ich also in Tuzla. (Alles über die Anreise nach Bosnien könnt ihr hier nachlesen) Nichts was ich über Tuzla im Vorhinein gehört habe war eine Übertreibung. Mein Plan war also so schnell wie möglich Richtung Mostar zu gelangen. Schnell fanden sich ein paar Leute zusammen die auch auf den Busbahnhof von Tuzla wollten. Also haben wir uns zu viert auf den Weg gemacht. Alleine die Fahrt bis zum Busbahnhof war ein einziges Abenteuer… Erstens ist man am Flughafen (der im übrigen noch kleiner ist als der Linzer Flughafen^^) - wie fast überall auf der Welt - darum bemüht die Touristen so effizient wie möglich mit utopischen Taxipreisen übers Ohr zu hauen. Wir waren allerdings fest entschlossen, den Bus zu nehmen auch wenn uns keiner genau sagen konnte wo der Bus überhaupt wegfährt. Nach einer halben Stunde fanden wir “die Straße” an der der Bus im Zentrum halten sollte. Es handelte sich mehr um einen Schotterweg als um eine Straße, aber immerhin fanden wir dort ganz viele Touristen die ebenfalls in die Stadt bzw. zum Busbahnhof wollten. Es gab keinen Busplan und auch keinen der uns weiterhelfen wollte. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann ein Bus (wir warteten vermutlich eine Stunde). Die Busfahrt war recht unterhaltsam da die gerade frisch kennengelernten Leidensgenossen aus der Slowakei sehr euphorisch von ihrem geplanten Roadtrip durch Europa berichteten. Am Busbahnhof angekommen hatte ich wirklich das Glück, dass eine Stunde später ein Bus nach Mostar ging. In Bosnien übrigens UNBEDINGT den Studentenausweis herzeigen. Ich habe für die Fahrt von Tuzla - Mostar (8 Stunden Busfahrt) statt 20 Euro nur 10 Euro bezahlt ;). Die Busfahrt von Tuzla nach Mostar war sehr lange und kurvig doch höchst interessant. Man sieht viele durch den Krieg zerstörte Häuser die nicht mehr aufgebaut wurden aber was man vor allem sieht und mir bis dahin nicht bewusst war: Bosnien ist soooo grün. Wir Österreicher kennen ja grüne Landschaften aber so ein sattes grün habe ich selten gesehen. Desto südlicher es ging, desto grüner wurde es und man konnte wunderschöne Seen, Wasserfälle und Brücken bestaunen. In Mostar angekommen ging es sofort auf Hostelsuche, ich hatte mir in Bratislava noch 2 Screenshots von Hostels gemacht und mich dann auf die Suche gemacht und hatte Glück, dass das Balkanarama noch ein Bett für mich frei hatte (ich kam erst so gegen 21 Uhr an). Vollkommen erledigt und ohne Schlaf ging es also sofort ins Bett wo ich komatös bis am Morgen durchschlief. In der Früh stellte sich heraus, dass ich mit 3 Franzosen in einem Zimmer war die unbedingt noch am selben Tag einen Ausflug machen wollten und aber eine 4. Person für dieses Vorhaben brauchten. Eigentlich passte mir das gar nicht ins Konzept weil ich nach der abenteuerlichen Anreise vom Vortag erst einmal ein bisschen abschalten wollte, doch sie überredeten mich. Also mieteten wir uns ein Taxi und fuhren zu Blagaj tekija (ca. 10 Kilometer entfernt von Mostar) - einem muslimischen Kloster in einem Berg. Ohne zu lügen einer der schönsten Orte an denen ich je war. Es gibt am Eingang Tücher die man umbinden muss wenn man das Kloster betreten möchte. Es zahlt sich wirklich aus! Anschließend ging es zu meinem persönlichen Highlight: zu den Kravica-Wasserfällen. Jeder der mich kennt weiß, wie sehr ich Wasserfälle liebe und das ist für mich wirklich das Paradies auf Erden. Wir hatten wunderschönes Wetter und es gab wirklich so viel zu entdecken. Wir kletterten in den Wasserfällen herum, sahen kleine Schlangen die sich in der Sonne badeten und ließen uns von Wasserfällen den Nacken massieren. Leider sind meine Fotos nicht so schön geworden, da die Sonne etwas unvorteilhaft für Fotos stand. Aber falls es jemanden interessiert bitte googelt diesen Ort, er ist wirklich wunderschön.Die Franzosen und ich (2 Mädels und ein Bursche) tauten auf und wir verstanden uns wirklich sehr gut und beschlossen am Abend zu einem Konzert in Mostar zu gehen. Zurück im Hostel (habe das Zimmer gewechselt) richtete ich mich also für den Abend her als plötzlich 3 Burschen von oben bis unten in Schweiß gebadet ins Zimmer joggten (es hatte mindestens 35 Grad). Da waren sie also: Will, Anders und Owen. Abwechselnd ging immer einer duschen und die anderen unterhielten sich mit mir und es sprudelten die Informationen nur so aus ihnen heraus. Sie seien eine schottische Band und seien wegen eines Auftrittes in Mostar. Die Jungs waren so sympathisch, dass ich sie am liebsten gleich zum Konzert mitnehmen wollte, jedoch hatte ich es sehr eilig und die Burschen mussten ja erstmal duschen (wer geht bitte bei dieser Hitze laufen…). Ich schrieb ihnen also den Ort des Konzertes auf und musste mich beeilen während Anders mir noch am Laptop ihre Musik vorspielen wollte. Ich war äußerst spät dran und rannte in die Stadt damit ich die Franzosen nicht verpasste. Außer Atem kam ich also an der berühmten Brücke an wo die Franzosen bereits auf mich warteten. Eines der Mädchen fing an zu lachen und meinte dann: “Kathi you know we are kind of strange… the concert was last month.” Hahahaha jeder hatte die Anzeige vom Konzert, 4 Leute und keiner hat gesehen, dass das Konzert bereits im Juli stattgefunden hat. Also schlenderten wir durch die Stadt und genossen die wirklich wunderbar fast schon romantische Abendstimmung der Stadt. Später ließen wir den Abend im “Black Dog” ausklingen. Ein wirklich sehr empfehlenswertes Pub neben dem Wasser mit Livemusik. Und während wir der Musik lauschten und den Abend genossen fiel mir auf einmal ein: “Shit I gave the boys the adress to the concert!!!”

Im nächsten Post löse ich auf wer die Moonboys wirklich sind - versprochen!!!