Mostar und die Moonboys b.k.a. Samson Sounds Teil 2

Ich hatte also ein schlechtes Gewissen da ich den Schotten die Adresse von einem Konzert gegeben hatte die es gar nicht gab. Allerdings wusste ich auch nicht wie genau ich das Missverständnis lösen sollte, da ich ja keine Ahnung hatte wo sie sich aufhielten. Die Franzosen und ich blieben noch ein Weilchen, und anschließend gingen wir zurück (die Franzosen sind in ein Hotel umgezogen), da der Tag ja bereits ziemlich ereignisreich war. Ich war eigentlich überhaupt nicht müde, jedoch hatte ich auch keine Lust alleine fortzugehen… Also kehrte ich ins Hostel zurück und versuchte die Jungs in der Dachterrassenbar anzutreffen um ihnen zu sagen, dass es das Konzert gar nicht gab. Die Dachterrassenbar hatte jedoch gerade geschlossen und ich traf nur noch den Kellner an, der gerade alles aufräumte. Ich ging also ins Zimmer zurück wo die Burschen ebenfalls nicht anzutreffen waren. Absolut nicht müde und mit schlechtem Gewissen beschloss ich allerdings trotzdem schlafen zu gehen, da es offenbar keine Alternative gab. Einige Zeit lag ich schlaflos im Bett. Als ich endlich eingeschlafen war hörte ich ein Geräusch hinter mir und jemanden der von der Balkontür einschlich und hinter mir stand. Im Halbschlaf drehte ich mich um und schrie vor Schreck auf… Anders stand hinter mir, der allerdings nur etwas aus seinem Bett suchte. Die restlichen Burschen waren ebenfalls im Zimmer jedoch nicht durch die Balkontür eingestiegen. Anders entschuldigte sich und so schnell wie sie im Zimmer waren so schnell verschwanden sie auch wieder. Aus dem Schlaf gerissen konnte ich natürlich wieder nicht schlafen und ich hörte sie vor dem Hostel kichern… Dem Geräusch nach saßen sie auf den Stühlen vor dem Hostel mit den beiden Mädchen die im Hostel arbeiteten. Ich hörte sie die Geschichte erzählen wie sie mich unabsichtlich erschreckt haben. Einige Zeit später kamen sie rauf und setzten sich auf den Balkon und waren offensichtlich in bester Stimmung. Da ich ohnehin nicht mehr schlafen konnte ging ich zu ihnen und war sehr von ihrer guten Laune amüsiert. Ich entschuldigte mich für die falsche Auskunft über das Konzert, doch wie sich herausstellte waren sie genau wie ich im Black Dog und wir haben uns einfach nicht gesehen. Anders wollte mir anschließend voller Begeisterung zeigen wie man den Mond anzuschauen hat. Anders und Will (Owen war sich bettfertig machen) zeigten mir ihr Ritual und wollten unbedingt, dass ich mitmachte. Das Ritual bestand darin sich gegen das Geländer des Balkons mit beiden Händen zu stämmen und dabei mit einer ruckartigen Bewegung Richtung Mond zu schauen und dabei ein lautes “HUM” auszustoßen… Hahahahahhaahahah ich habe so gelacht und von da an gab ich ihnen den Namen Moonboys. Die Moonboys heißen eigentlich Samson Sounds und sie erzählten mir noch einmal, dass sie 2 Tage später einen Auftritt in Mostar haben und ob ich nicht kommen wolle. Eigentlich wollte ich ja bereits am nächsten Morgen weiter ziehen. Sie waren so gut gelaunt, dass es ansteckend war. Wir blieben noch einige Zeit am Balkon und gingen irgendwann schlafen. Am nächsten Morgen gingen wir gemeinsam ins Moonstar (was für ein Zufall… mit den Moonboys ins Moonstar) in Mostar brunchen. Ich kann das Moonstar übrigens nur wärmstens empfehlen. Es ist ein total süßes Restaurant mit tollem Innenhof und einem Pool den man benützen kann. Auch für Veganer haben sie Optionen wenn man sie darum bittet. ich habe mir für 5 Mark (2,5 Euro) ein Sandwich mit gegrilltem Gemüse bestellt (total lecker).

Nach dem Frühstück empfahlen mir die Burschen das Café gleich neben dem Moonstar, es heißt Café de Alma (sehr empfehlenswert) und röstet seinen eigenen Kaffee und man lernt alles über bosnischen Kaffee und man bekommt eine richtige Geschichtsstunde.

Nach diesem eindrucksvollen Kaffeehausbesuch, schlenderten wir durch die Altstadt und die Jungs kauften Geschenke für ihre Freundinnen. Später entschieden wir uns unter der Brücke baden zu gehen und den Brückenspringern zuzusehen. Es war wirklich ein total lustiger Nachmittag und ich habe selten so herzliche, offene und vorurteilsfreie Menschen getroffen. 

Am Abend aßen wir gemeinsam und ich lernte Saška kennen (die Besitzerin des Hostels). Ich habe noch nie in meinem Leben zuvor so einen Menschen kennengelernt… Es fällt mir unglaublich schwer überhaupt auszudrücken wie ich Saška wahrnahm. Sie ist definitiv einer der stärksten Menschen die ich je kennengelernt habe und ohne jeden Zweifel die stärkste Frau die ich je kennenlernen durfte. So viel Power und Energie habe ich zuvor noch nie einen Menschen ausstrahlen sehen. Die Jungs sind Freunde von Saška und der Grund warum die überhaupt in Mostar waren. Saška kommt aus Bosnien lebt allerdings in Schottland und Bosnien und organisiert in beiden Orten Veranstaltungen und leitet unter anderem auch das Hostel Balkanarama. Wer also in Mostar ist sollte wirklich unbedingt im Balkanarama übernachten und wer kein Hosteltyp ist sollte zumindest die Dachterrassenbar besuchen!!!

Später an diesem Abend gaben die Jungs eine Ceilidh-Tanzstunde auf der Dachterrasse. Die Jungs blühten wieder total auf und waren in voller Partystimmung für mich war das Ceilidh-tanzen dann doch etwas zu schwierig und ich ging ins Bett. Allerdings entschied ich mich noch einen Tag länger zu bleiben und auf ihr Konzert zu gehen.

Was für eine coole Band Samson Sounds wirklich ist, wie das Konzert war und welche Abenteuer wir noch erlebten verrate ich im nächsten Teil. Wer allerdings nicht solange warten möchte, kann ihnen gerne auf Spotify folgen oder gerne ihre Alben unter folgenden Links herunterladen:

https://samsonsounds.bandcamp.com/

http://www.scotchbonnet.net/shop/product.php?id_product=2136

https://open.spotify.com/artist/2fA42uM1XruOFwXY1QpEDC