Ayahuasca Teil 1

Heute möchte ich über meine Reise mit Ayahuasca berichten. Alles begann vor ca. zwei Jahren als mir ein Freund von diesem einzigartigen Tee aus dem Amazonasgebiet erzählte. Ab diesem Zeitpunkt verfolgte mich dieses Thema und ich es dann auch. Irgendwann konnte ich nicht mehr aufhören mir Dokumentationen und Youtubevideos anzusehen als auch Bücher und Beiträge im Internet darüber zu lesen. Diese Phase dauerte einige Monate, die Neugier war geweckt und ich war sehr zwiegespalten. Ich las natürlich nicht nur positive Berichte sondern auch die Negativen. Die Frage war nur, überwiegt die Neugier oder die Angst. Irgendwann habe ich mich dann dazu entschlossen meine Bachelorarbeit über das Thema zu schreiben und hatte nun auch einen Grund für meine Recherche. Ich hatte eine mehr als gesunde Portion Skepsis diesem Thema gegenüber und hinterfragte es mit kritischem Geist, sowie man meiner Meinung nach alles im Leben hinterfragen sollte. Einige Zeit später fasste ich dann den Entschluss, ich könne über nichts schreiben was ich nicht selber probiert habe, ich müsste doch zumindest eine Ahnung davon haben was ich da tue. Nun war zwar der Entschluss gefasst, jedoch habe ich es etwas vor mir hergeschoben und wollte das „Schicksal“ entscheiden lassen. Ich hatte mir vorgenommen sobald ich einen günstigen Flug nach Perú finde, werde ich fliegen.
Als ich ca. 2 Wochen später ganz zufällig (ohne danach zu suchen) auf einen Flug für 350 Euro gestoßen bin, gab es nun wirklich gar keine Ausrede mehr und der Flug wurde gebucht. Im März 2016 ging es also los. Für mich stand fest, dass ich nach Pucallpa bzw. Yarinacocha zu den Shipibo-Indianern wollte. Nach einigen Tagen in Lima ging die Reise also los. Ich flog von Lima nach Pucallpa (hin und zurück für ca. 100 US Dollar), übernachtete dort und machte mich am nächsten Tag auf die Suche nach einem Schamanen – zumindest war das der Plan. In der Nacht bekam ich eine Lebensmittelvergiftung und naja sagen wir mal so… es war eine gute Vorbereitung auf das was mich die darauffolgenden Nächte erwarten sollte ;-). Mit einem halben Liter Wasser, meinem Rucksack und einem Mototaxifahrer, der mir am Vorabend versprach er würde mir bei der Suche helfen und er kenne 3 Schamanen, ging die Suche also los. Eine gefühlte Ewigkeit ging es also zu seinem „Schamanen“. Als wir dort ankamen wollte dieser 1000 US-Dollar von mir für 5 Nächte und die Zeremonie hätte in einer Garage stattfinden sollen. Natürlich bin ich dort nicht geblieben und bat den Mototaxifahrer mich einfach zu dem See Yarinacocha zu bingen, ich würde dort schon meinen Weg finden. Eine weitere gefühlte Ewigkeit später kam ich nun endlich in Yarina an und wurde gleich in ein Boot nach San Francisco gesetzt ohne viel Mitspracherecht zu haben. Mit dem Boot von Yarina bis San Francisco fährt man ungefähr eine Stunde.

Es war bereits 14 Uhr und ich hatte noch nichts gegessen, noch ziemlich kaputt von der Nacht, es war unglaublich heiß und ich hatte nur noch einen Schluck Wasser der ca. 30 Grad heiß war. In dem Boot war ich die einzige nicht Peruanerin und neben mir saß ein kleines Mädchen mit pechschwarzem Pagenkopf und sehr gerade geschnittenem Pony, dass mich ansah als wäre ich eine Außerirdische. Nach ca. einer halben Stunde machte sie einen Seufzer, ließ ihren Kopf auf meinem Schoß landen und schlief die restliche Fahrt, was mich sehr amüsierte ;). In San Francisco angekommen, wurde ich bereits von einer jungen Frau erwartet die mich zu einem Schamanen bringen sollte. Auch dieser Schamane sagte mir nicht zu… Ehrlich gesagt, kann ich nicht genau sagen woran es lag, aber ich hatte einfach kein gutes Gefühl. Nun stand ich um ca. 15.30 Uhr in San Francisco, (im Übrigen ein winziges Dörfchen (natürlich ohne Handyempfang) das aus zwei „Straßen“/Wegen bestand), war am Ende meiner Kräfte (Lebensmittelvergiftung, kein Wasser, kein Essen, keine Unterkunft dafür aber mit schwerem Rucksack) und weit und breit kein Mensch auf der Straße. Ich wusste, ich hatte ungefähr noch eine Stunde Zeit bevor die Sonne unterging und ging mit den letzten Resten an Kraft die ich noch hatte noch ein paar Schritte. Mir war schwindelig… sehr schwindelig sogar, ich merkte wie ich wirklich von allen Kräften verlassen wurde als ich auf einmal vor zwei Straßenarbeitern stand und zu Boden sank. Ich musste mich ein paar Minuten am Boden sammeln (es hatte eine für uns Österreicher unvorstellbare Hitze mit wahnsinniger Luftfeuchtigkeit) bevor ich anfing, die Straßenarbeiter zu fragen, ob sie wüssten wie ich nun zu einem guten Schamanen komme. Da man in Perú (wie eigentlich fast überall auf der Welt) als Tourist ausgenutzt wird, musste ich ihnen natürlich erklären, dass ich studiere und es sehr wichtig sei und so weiter und so fort. Das ganze Mitleid erregen wäre angesichts meiner körperlichen Verfassung vermutlich eh nicht notwendig gewesen. Blöd nur, dass die beiden selbst aus der Stadt waren und mir trotz meiner offensichtlichen Verzweiflung nicht weiterhelfen konnten. Einer der Männer hat mir aber gesagt, dass die Straße entlang viele junge Menschen seien und ich solle dort mal nachfragen. Da ich ja nun schon so viel Mitleid hervorgerufen hatte, hat er mich sogar bis dorthin begleitet. Und dann… hier geht es zum 2. Teil.

einer meiner Lieblingsbeiträge zum Thema Ayahuasca: https://www.youtube.com/watch?v=q6spmdLRbnY&t=5s