Ayahuasca Teil 5

Am Abend hatten wir uns alle versammelt, allerdings in anderer Konstellation… Marco war abgereist, Chipsy war zwar noch da, nahm aber nicht mehr an der Zeremonie teil, dafür war Alan zu uns gestoßen (ein Argentinier der schon öfter bei Mateos Zeremonien teilgenommen hatte), und ein Peruaner der aufgrund einer Krankheit teilnahm. Mateos Frau war an diesem Abend angereist und nahm ebenfalls an der Zeremonie teil. Ich wollte einen neuen Platz in der Hütte ausprobieren und habe mich nicht wie sonst in den Kreis gelegt sondern mit zwei anderen in die Mitte. Großer Fehler wie sich herausstellte. In der Mitte war ein großer Baumstamm auf dem Lichter befestigt waren, wo sich natürlich viele Insekten sammelten. Das Ayahuasca machte seine Runde, das Licht wurde ausgedreht und das Kotzkonzert ging los. Als ich so da lag merkte ich wie kleine Käfer auf mir herumkrabbelten (logischerweise, denn das Licht war nun aus und ich lag genau unter dem Licht). Etwas später waren es große Kakerlaken… Ich bin ganz ehrlich: in dieser Nacht war ich hauptsächlich damit beschäftigt mir die Insekten vom Körper zu streichen und konnte mich auf nicht viel anderes konzentrieren…

Abschied der Argentinier

Am nächsten Morgen herrschte Aufbruchsstimmung, es war der Abreisetag der Argentinier und ehrlich gesagt freuten sich alle darüber. Nicht weil sie unangenehm waren sondern weil es anstrengend war mit so vielen Menschen eine Zeremonie zu halten: Mateo selbst sagte, dass es nicht normal sei und nur eine Ausnahme sei mit so vielen Menschen Zeremonien abzuhalten. Es wurde ein Fest für die Argentinier abgehalten, wo Musiker aus San Francisco spielten. Vor dem Fest sind alle zum See gegangen und haben gebadet. Ich nicht, denn ich hatte gesehen, dass sich bei Marco rote Tiere unter der Haut eingenistet hatten und wenn ich eine Wahl hatte, musste ich nicht unbedingt Wirt für rote Tiere unter meiner Haut sein ;). Später fand das Fest statt, es war ganz nett, jedoch konnte ich die Abreise gar nicht erwarten, da ich mich wirklich nach Ruhe sehnte…

Es gab kein fließendes Wasser. Es gab zwei „Räume“ in einer kleinen Wellblechhütte die mit einem Vorhang vor der Einsicht Anderer geschützt waren.

Gerade fällt mir auf, dass ich die sanitären Anlagen gar nicht beschrieben habe… Das WC und die Dusche waren eigentlich kein WC und keine Dusche wie wir sie kennen. Es gab kein fließendes Wasser. Es gab zwei „Räume“ in einer kleinen Wellblechhütte die mit einem Vorhang vor der Einsicht Anderer geschützt waren. Ich beginne mit der Beschreibung des WCs: Es gab eine Toilette so wie wir sie kennen, nur eben ohne Klospülung. Es gab eine große Regentonne mit Wasser befüllt und einen Kübel daneben, damit konnte man runterspülen. Der Dusch/Waschraum war einfach ein „Raum“ in dem man sich mit Wasser aus einer Tonne waschen konnte. Es gab einen kleinen Kübel und mit dem konnte man sich abspülen.
Aber nun zurück zum Abschiedsfest der Argentinier, nach dem Konzert kamen noch viele Künstler aus der Umgebung und wollten Ihre Ayahuascabilder verkaufen. Mateo und seine Frau hatten sich traditionelle Kleidung angezogen und es wurden viele Fotos gemacht. Als die Yogagruppe endlich abreiste, kehrte Ruhe ein. Alles wurde geputzt und wir waren nur noch zu Dritt. (Chipsy war bereits am frühen Morgen abgereist, ich konnte mich leider nicht von ihm verabschieden).


Die letzte Nacht war sehr angenehm, jeder hatte sein eigenes Mosquitonetz über seiner Matte. Ich weiß noch, dass ich in dieser Nacht wieder eine extreme körperliche Reinigung hatte… Es war noch extremer als in den Nächten zuvor. Bei dem Erbrechen lösten sich bei mir Unmengen von Schleim… Mateo kam zu mir und wir haben geredet. Ich hatte ihn auch gefragt, ob es normal sei, dass ich die letzten Nächte kaum Visionen hatte dafür aber diese körperliche Reinigung und er meinte, dass jeder, das bekommt was er braucht. Bei manchen brauche der Körper mehr Reinigung und bei manchen die Seele. Außerdem meinte er, dass jeder Tag anders sei. Ayahuasca sei als lese man ein Buch, und jeden Tag lese man eine andere Seite. Ich finde, das hat er besonders schön beschrieben.

Zurück in die Zivilisation

Am nächsten Morgen stand ich um 7 Uhr auf, denn mein Flug ging um 11 Uhr. Ich packte meine Sachen, verabschiedete mich von Tibu und Alan und machte mich mit Mateo gemeinsam auf den Weg nach Yarinacocha, dort wartete bereits der Mototaxifahrer von Tag 1 meines Abenteuers auf mich. Er wollte alles wissen und brachte mich zum Flughafen, und das erste Mal in meinem Leben freute ich mich richtig auf Lima! Zurück zur Zivilisation, zum Internet und zurück ins Hostel wo ich schon Freunde gefunden hatte. Und als ich da so am Flughafen von Pucallpa saß, dreckig und mit Kotze auf der Nasenspitze (wie  ich erst jetzt auf dem Foto entdeckt habe) fühlte ich mich tatsächlich wie ein neuer Mensch.Gerade  zur Zivilisation, zum Internet und zurück ins Hostel wo ich schon Freunde gefunden hatte. Und als ich da so am Flughafen von Pucallpa saß, dreckig und mit Kotze auf der Nasenspitze (wie  ich erst jetzt auf dem Foto entdeckt habe) fühlte ich mich tatsächlich wie ein neuer Mensch. hier geht es zum Beitrag “Ein Jahr nach Ayahuasca”